Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker in NRW e.V. -

Aus der FDP-Landtagsfraktion

    27. 07. 2010

    27.07.2010 Romberg: Prävention von Alkoholsucht in NRW verbessern

    Romberg: Prävention von Alkoholsucht in NRW verbessern
    Auf Antrag der FDP-Fraktion wird sich das Parlament mit dem Thema Alkoholsucht beschäftigen. Die FDP-Fraktion fordert intensivere Anstrengungen der Landesregierung gegen Alkoholmissbrauch. Stefan Romberg, gesundheitspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, erklärt: "Alkoholmissbrauch wird häufig tabuisiert und unterschätzt." Dabei hat der Landesbetrieb Information und Technik NRW alarmierende Zahlen gemeldet. Allein im Jahr 2008 wurden in den nordrhein-westfälischen Kliniken 75.500 Behandlungen als Folge von Alkoholkonsum verzeichnet. "Es ist zwingend erforderlich, die hohe Zahl an alkoholbedingten Behandlungen in NRW zu senken." Suchtexperte Dr. med. Andreas Rhode, Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie St. Marien-Hospital Hamm, erklärt: "Alkoholmissbrauch ist ein massives Problem, egal ob auf dem Land oder in der Stadt. Bislang wird es nicht ausreichend angegangen. Wir brauchen bessere Hilfen für die erkrankten Menschen." Die beiden Ärzte sind sich einig, dass insbesondere die Frühintervention in Hausarztpraxen und an Allgemeinkrankenhäusern in NRW ausgebaut werden muss. Um die Zahl der alkoholbedingten Behandlungen in Kliniken zu senken, müsste zudem eine stärkere Ausrichtung auf jugend- und seniorenspezifische Bedarfe in Suchthilfeberatungen von der Landesregierung unterstützt werden. Laut Techniker Krankenkasse nimmt Alkoholmissbrauch gerade bei Jugendlichen erheblich zu. Danach mussten sich im Jahr 2008 rund 3100 Kinder zwischen 12 und 14 Jahren einer stationären Behandlung unterziehen - 25 Prozent mehr als im Jahr 2007. Andreas Rhode: "Jugendliche müssen besser über die Folgen von Alkoholkonsum aufgeklärt werden. Die Prävention muss weiter verbessert werden." Stefan Romberg weist zudem darauf hin, dass das Land die Gruppe der 40- bis 60-jährigen betroffenen Männer bislang nicht ausreichend bei Kampagnen und Hilfsangeboten berücksichtigt hat. Die FDP-Fraktion fordert die Landesregierung zudem auf, neben vollstationären qualifizierten Entzugsbehandlungen, gerade auch die tagesklinischen Angebote auszubauen. Romberg: "So können im lebensnahen Umfeld der Betroffenen Entzugsbehandlungen durchgeführt werden. Der Gesundheitsexperte weiter: "Die Gesundheitsministerin muss einen neu-

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    en Krankenhausplan aufstellen und dabei wohnortnahe multiprofessionelle Behandlungszentren für alkoholbedingte Störungen errichten." Diese Behandlungszentren sollten mit den Akteuren im Bereich der Prävention und weiterer konkreter Hilfen auf kommunaler Ebene vernetzt sein. "Die Behandlungsqualität könnte so erheblich verbessert werden." Darüber hinaus setzt sich die FDP-Fraktion dafür ein, dass gemeinsam mit den Akteuren auf kommunaler Ebene eine landesweite Kampagne für die besonders gefährdete Zielgruppe der Jugendlichen sowie älterer Menschen zur Vermeidung von Alkoholmissbrauch konzipiert wird. Zudem müssten Kommunen dafür eintreten, dass Polizei und Ordnungsämter die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes in Gaststätten in der Praxis noch strikter überprüfen.


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