20.07.2011
Die Landesregierung von SPD und Bündnis 90/Die Grünen hat sich mit der CDU auf einen Schulkonsens für Nordrhein-Westfalen verständigt. "Endlich gibt es einen Konsens zur Schulpolitik. Wir sehen ihn mit ehrlicher Skepsis und analysieren, ob es dadurch zu einer Beruhigung in der Schullandschaft kommt", äußert sich Jochen Dürrmann, Vorsitzender der VLK in NRW.
Anstelle der von rot-grün propagierten Gemeinschaftsschule soll es nun eine sogenannte Sekundarschule geben. Die Sekundarschule soll von Klasse 5 bis Klasse 10 eingerichtet werden. In den Klassen 5 und 6 wird ein gemeinsamer Unterricht stattfinden, unabhängig vom Leistungsstand der Schüler. Der Verfassungsrang der Hauptschule entfällt. Stattdessen heißt es künftig: "Das Land gewährleistet in allen Landesteilen ein ausreichendes und vielfältiges öffentliches Schulwesen, das ein gegliedertes Schulsystem, integrierte Schulformen sowie andere Schulformen umfasst."
Die Liberalen in NRW hatten ein ähnliches Ziel: "Wir propagieren das Modell einer Regionalen Mittelschule. Hier liegt der Schwerpunkt auf der berufsorientierten Bildung - die Gymnasien bleiben als eigenständige Säule erhalten. Genau diese Eigenständigkeit der Gymnasien kann aber durch die neue Kombination von Sekundarschule und neuen Gesamtschulen gefährdet werden", so Dürrmann.
Der Teufel liegt wie immer im Detail, denn der Verzicht auf eine eigene Oberstufe der Sekundarschule wird durch deutlich gesenkte Errichtungshürden für neue Gesamtschulen ersetzt. So werden aus vierzügigen Sekundarschulen in Zukunft zwangsläufig Gesamtschulen mit eigener Oberstufe. Sekundarschule und Gesamtschule werden gemeinsam durch kleinere Klassen und Ganztagsbetrieb gegenüber anderen weiterführenden Schulen privilegiert. Â
Die Landesregierung wirbt dagegen für den Kompromiss: "Dieser Schulkonsens ist eine historische Verständigung im Interesse Nordrhein-Westfalens", sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem CDU-Landesvorsitzenden Norbert Röttgen, Schulministerin Sylvia Löhrmann und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Karl-Josef Laumann. Welche Schulform wo angeboten wird, entscheiden die Kommunen.
Die Konsensvereinbarung von rot-grüner Landesregierung und CDU zur Schulpolitik gilt für die nächsten zwölf Jahre. Im Jahr 2023 soll der Kompromiss dann evaluiert werden.
Gemeinsame Leitlinien von CDU, SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN für die Gestaltung des Schulsystems in Nordrhein-Westfalen
Endlich Konsens zur Schulpolitik in Nordrhein-Westfalen
Düsseldorf, 20. Juli 2011
Die Landesregierung von SPD und Bündnis 90/Die Grünen hat sich mit der CDU auf einen Schulkonsens für Nordrhein-Westfalen verständigt. "Endlich gibt es einen Konsens zur Schulpolitik. Wir sehen ihn mit ehrlicher Skepsis und analysieren, ob es dadurch zu einer Beruhigung in der Schullandschaft kommt", äußert sich Jochen Dürrmann, Vorsitzender der VLK in NRW.Anstelle der von rot-grün propagierten Gemeinschaftsschule soll es nun eine sogenannte Sekundarschule geben. Die Sekundarschule soll von Klasse 5 bis Klasse 10 eingerichtet werden. In den Klassen 5 und 6 wird ein gemeinsamer Unterricht stattfinden, unabhängig vom Leistungsstand der Schüler. Der Verfassungsrang der Hauptschule entfällt. Stattdessen heißt es künftig: "Das Land gewährleistet in allen Landesteilen ein ausreichendes und vielfältiges öffentliches Schulwesen, das ein gegliedertes Schulsystem, integrierte Schulformen sowie andere Schulformen umfasst."
Die Liberalen in NRW hatten ein ähnliches Ziel: "Wir propagieren das Modell einer Regionalen Mittelschule. Hier liegt der Schwerpunkt auf der berufsorientierten Bildung - die Gymnasien bleiben als eigenständige Säule erhalten. Genau diese Eigenständigkeit der Gymnasien kann aber durch die neue Kombination von Sekundarschule und neuen Gesamtschulen gefährdet werden", so Dürrmann.
Der Teufel liegt wie immer im Detail, denn der Verzicht auf eine eigene Oberstufe der Sekundarschule wird durch deutlich gesenkte Errichtungshürden für neue Gesamtschulen ersetzt. So werden aus vierzügigen Sekundarschulen in Zukunft zwangsläufig Gesamtschulen mit eigener Oberstufe. Sekundarschule und Gesamtschule werden gemeinsam durch kleinere Klassen und Ganztagsbetrieb gegenüber anderen weiterführenden Schulen privilegiert. Â
Die Landesregierung wirbt dagegen für den Kompromiss: "Dieser Schulkonsens ist eine historische Verständigung im Interesse Nordrhein-Westfalens", sagte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem CDU-Landesvorsitzenden Norbert Röttgen, Schulministerin Sylvia Löhrmann und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Landtag, Karl-Josef Laumann. Welche Schulform wo angeboten wird, entscheiden die Kommunen.
Die Konsensvereinbarung von rot-grüner Landesregierung und CDU zur Schulpolitik gilt für die nächsten zwölf Jahre. Im Jahr 2023 soll der Kompromiss dann evaluiert werden.
Gemeinsame Leitlinien von CDU, SPD und Bündnis 90/DIE GRÜNEN für die Gestaltung des Schulsystems in Nordrhein-Westfalen







